Für ein gesundes Klima: Organisationen und Gruppen aus dem Gesundheitssektor rufen zur Teilnahme an der Großdemonstration am Hambacher Forst auf

Der Hambacher Forst wird zum Symbol eines gesellschaftlichen Großkonfliktes über den schnellen Ausstieg aus der (Braun-)Kohle. Es geht dabei um die Zukunft der deutschen Klimapolitik im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen und den Klimazielen der Bundesregierung.

Für Samstag, den 6. 10. rufen bundesweit BUND, CAMPACT, GREENPEACE und Naturfreunde Deutschland zu einer Großdemonstration am Hambacher Forst (Kundgebung 12:00 Uhr, Bahnhof Buir bei Köln) auf, an der sich zahlreiche weitere Akteure aus Umweltbewegung, Kirchen, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft beteiligen. Auch Aktive der Deutschen Allianz Klimawandel & Gesundheit, weitere Organisationen und Gruppen aus dem Gesundheitssektor sind mit dabei. Gemeinsam werden wir uns in einem „Gesundheitsblock“, möglichst in Berufskleidung (z.B. weißerKittel), beteiligen. Nähere Informationen zur Demonstration finden sich hier.

Ein wertvoller alter Wald soll geopfert werden, um Braunkohle weiter zu verheizen, die aus Gründen des Klima- und Gesundheitsschutzes in der Erde bleiben muss. Braunkohle ist die schmutzigste, giftigste und ineffizienteste Form der Energieerzeugung. Die RWE-Kohlekraftwerke tragen in erheblichem Maße zur Luftverschmutzung und zum Ausstoß von Klimagasen in Europa bei. Die RWE-Kraftwerke Niederaußem, Neurath und Weisweiler gehören zu den zehn dreckigsten Kohlekraftwerken Europas. Sie verursachen zusammen pro Jahr mehr als 1.000 vorzeitige Todesfälle jährlich (HEAL-Studie „Europas dunkle Wolke“). Die verdeckten Kosten für Umweltschäden und Gesundheit werden allein für die Braunkohleverstromung in Deutschland nach einer Studie des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag von Greenpeace auf 26,3 Milliarden Euro jährlich beziffert. Um die deutschen Klimaziele zu erreichen, müssten nach Berechnungen von DIW und Fraunhofer-Institut die die ältesten Braunkohlekraftwerke sofort abgeschaltet werden. Die übrigen müssten ihre Stromproduktion sofort um die Hälfte drosseln und bis 2030 ganz einstellen. Dadurch würde die noch benötigte Braunkohlemenge so schrumpfen, dass der Hambacher Wald erhalten werden könnte.

Dreiviertel der Bundesbürger wünschen laut EMNID Umfrage keine Rodungen im Hamburger Wald während der laufenden Gespräche zum Kohleausstieg. Knapp drei Viertel der Befragten sprechen sich für einen raschen Kohleausstieg aus; Dabei sind 46 Prozent für einen Ausstieg „bis spätestens 2025“ und 27 Prozent „bis spätestens 2030.“ Unter den befragten Anhängern von CDU und SPD sind sogar 80% für einen Kohleausstieg bis spätestens 2030. (Quelle: Klimareporter)

+++ Nachtrag vom 05.10.2018 +++

Aktuelle Information der Organisatoren: Demobündnis klagt gegen Verbot der Großdemonstration am Hambacher Wald. „Wir gehen davon aus, dass die Protestaktion stattfindet.”