Häufigere Atemwegserkrankungen

Allergien

Längere und wärmere Sommer führen zu einem längeren Pflanzenwachstum und damit zu einer verlängerten Pollenflugzeit über das Jahr hinweg. [1,4] So steigen bereits die Belastung von Allergiker*innen und das Auftreten allergischer Erkrankungen, wie z.B. Asthma bronchiale, kontinuierlich an.
Allergien sind europaweit häufig auftretende Erkrankungen, mehr als 20% aller Kinder sowie mehr als 30% der Erwachsenen erkranken mindestens einmal in ihrem Leben daran.[2]

Forscher*innen gehen davon aus, dass das Vorkommen allergischer Erkrankungen im Zuge der Erderwärmung weiter steigen wird. Neben der verlängerten Pollenflugzeit können in Gebieten mit starker Luftverschmutzung Pollen mit Stoffen wie Feinstaub oder bodennahem Ozon reagieren, was eine erhöhte Allergenität der Pollen zur Folge hat. [1] Besonders Städte mit starker Luftbelastung sind deshalb betroffen. [4]

Zusätzlich findet in unseren Breitengraden die Ansiedlung neuer Pflanzenarten im Zuge des Klimawandels statt. Die besonders allergene Beifußblättrige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), die ursprünglich aus Nordamerika stammt, breitet sich zunehmends auch in Deutschland aus. [1] Starke Populationen wurden bereits in Baden-Württemberg, Bayern und Brandenburg gefunden. [5]
Die Pollen der Ambrosie können Asthmaanfälle bis hin zu Atemnot auslösen, der direkte Kontakt mit der Pflanze kann Hautreaktionen hervorrufen. In Deutschland werden zukünftig Gesundheitskosten zwischen 139 Mio. und 1,19 Mrd. € zur Behandlung von Ambrosia-Allergiker:innen erwartet.[3]

Luftverschmutzung

Luftverschmutzung ist keine direkte Folge des Klimawandels, sondern besitzt dieselben Emissionsquellen wie CO2: vor allem das Verbrennen fossiler Energieträger und von Holz sowie motorisierter Transport sind verantwortlich für die Belastung der Luft mit Feinstaubpartikeln, Aerosolen, Stickoxiden oder anderen zum Teil krebserregenden Stoffen.

Diese können eine Vielzahl von Erkrankungen auslösen oder verschlimmern: Lungenkrebs, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) und respiratorische Infekte sind die Folge. [6-8]

Eingeatmete Feinstaubpartikel können über die Lunge auch in die Blutbahn gelangen. Durch Entzündungsprozesse und Gefäßschäden können sie auf diesem Wege zu Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Demenz führen. [6-10]

Laut WHO lassen sich aktuell sieben Millionen vorzeitige Todesfälle im Jahr auf Luftverschmutzung zurückführen. Bereits 91% der Weltbevölkerung leben an Orten, die die von der WHO gesetzten Anforderungen an Luftqualität nicht erfüllen. [7]

In Deutschland sind es laut einer aktuellen Harvard-Studie jährlich 198.000 Menschen, die an den Folgen von schlechter Luftqualität versterben. [11Damit sind mehr Todesfälle dem Risikofaktor Luftverschmutzung zuzurechnen als dem Risikofaktor Rauchen. Mittlerweile geht man sogar davon aus, dass es mehr Krankheiten gibt, die durch Luftverschmutzung negativ begünstigt werden, als Krankheiten, bei denen sie keine Rolle spielt.  [12]

Das Problem mit unsauberer Luft: Als Individuum kann man sich schlecht davor schützen, da wir unsere Umgebungsluft nicht verändern können. Aus diesem Grund braucht das Thema politische Vektoren wie den Ausstieg aus fossilen Energien.
Kohlekraftwerke als Emissionsquellen von Treibhausgasen zum Beispiel verursachten 2013 bis zu 62,3 Milliarden an Gesundheitskosten in Europa. [13Kohleausstiegsinterventionen sind somit eine „win-win“-Strategie für Klima und Gesundheit.
Wichtig hierbei ist, dass fossile Energien weder im Energiesektor noch in Haushalten durch Holz ersetzt werden, weil dadurch wiederum Treibhausgase und Luftschadstoffe entständen.


Textredaktion: Maja Finkenstaedt & Petra Thorbrietz

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