Hitze und ihre Folgen

Die vergangenen Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In Deutschland stellte Niedersachsen 2019 mit einer Temperatur von 42,6°C einen neuen Tagesrekord auf. Hitzewellen werden immer häufiger. Im Süden Deutschlands werden Ende diesen Jahrhunderts bis zu 30 Hitzeperioden pro Jahr erwartet. [1]
Hitzestress und hohe bodennahe Ozonkonzentrationen während Hitzewellen können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, insbesondere bei älteren Menschen und solchen mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen.[2,3] Diese Risikogruppen haben ein erhöhtes Risiko für Krankenhauseinweisungen oder sogar vorzeitigen Tod. Laut dem Lancet Countdown (2018) werden bis 2030 in der EU bereits 30.000 zusätzliche, hitzebedingte Todesfälle erwartet.[4]

Wärmeinseln

In Städten zeigt sich der sogenannte „Wärmeinsel-Effekt“[2,3]: Dicht besiedelte Gebiete und versiegelte Flächen sorgen dafür, dass sich Gebäude und Straßen tagsüber unter Sonneneinstrahlung aufheizen, nachts jedoch nicht wieder entsprechend abkühlen, weshalb sich die Hitze staut. So ist es für die Bewohner schwierig, sich von den hohen Temperaturen zu erholen. Eine mangelnde Regenerationszeit des Körpers kann so zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen. 

Hitzestress

Jeder Körper muss Energie aufwenden, um mit Hitze umgehen zu können. Ein unbekleideter, ruhender Mensch befindet sich bei ungefähr 28°C Umgebungstemperatur in seiner Komfortzone. Da wir normalerweise allerdings bekleidet sind und uns bewegen, sowie zusätzlichen Variablen wie Sonne, Wind und Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind, liegt unsere Wohlfühltemperatur in der Realität niedriger. Bei erhöhten Außentemperaturen betreibt der Körper durch eine erhöhte Durchblutung der Extremitäten nun vermehrt Thermoregulation – die Kontrolle der Körpertemperatur – und erhöht damit schon im Ruhezustand den Energieverbrauch.[5] Bei zusätzlicher körperlicher oder geistiger Betätigung steigt die Beanspruchung des Herzens und des Kreislaufs weiter an und ruft Kopfschmerzen, Ermüdung oder abnehmende Konzentrationsfähigkeit bei Hitze hervor.

Sensible Risikogruppen

Während Hitzewellen werden Krankenhauseinweisungen häufiger und es gibt Übersterblichkeit durch Hitzestress oder Hitzschlag. Auch Todesfälle durch andere Erkrankungen häufen sich, da Hitze Vorerkrankungen verschlimmern kann. Patienten mit chronischen Erkankungen sind anfälliger: Zum Beispiel wird der Kreislauf von Patienten mit einem vorbelasteten Herz zusätzlich durch die Thermoregulation beansprucht. Die Symptomatik von COPD und Asthma kann sich durch die wärmebedingte zusätzliche Belastung der Luft verschlechtern.[6]
Insbesondere unter älteren Patienten ab 65 Jahren steigt die Zahl der gesundheitlichen Vorfälle während Hitzewellen an, da mit dem natürlichen Alterungsprozess Durstgefühl und die Fähigkeit zur Thermoregulation abnehmen. 
Besonders betroffene Organe sind Herz, Niere und Hirn, sodass sich vermehrt Herzinfarkte, Nierenversagen und kognitive Einschränkungen bemerkbar machen.[2]
Auch Kinder und besonders Säuglinge stellen eine besondere Risikogruppe für gesundheitliche Folgen dar, da sie schneller aufheizen, weniger schwitzen und eigenständig trinken.[3]


An extreme Hitze ist man bisher in Deutschland nicht gewöhnt, sodass bisher kaum Anpassungsmaßnahmen oder schützende Gewohnheiten entwickelt wurden.
In den weiterführenden Links sind Informationen und Hinweise zu finden, wie man sich persönlich vor gesundheitlichen Schäden durch Hitze schützen kann. So auch auf unserer Informationsseite zu Hitze und Covid-19:

Weiterführende Links