Plakataktion „Zukunft unserer Kinder“

Dieses Poster hilft im Sinne einer Wandzeitung mit, die Klimakrise und ihre Folgen, aber auch die damit verbundenen Chancen ins Bewusstsein zu bringen.

Der Klimawandel stellt ein hohes und inakzeptables Risiko für die gegenwärtige und zukünftige Gesundheit der Bevölkerung auf der ganzen Welt dar (Lancet Countdown). Sorgen und Ängste sind im Zusammenhang mit der Klimakrise berechtigt. Schädigung von Gesundheit und auch Bedrohung des Lebens durch die Folgen der Klimaerwärmung geschehen schon jetzt und werden in Zukunft zunehmen – dies gilt sowohl gegenwärtig als auch zukünftig – auch in Deutschland.

Im Wartezimmer ist Zeit zu lesen und Informationen aufzunehmen. Als Wartezimmerposter kann dieses Poster Patient*innen signalisieren, dass das Praxisteam ansprechbar ist, wenn sie über ihre Sorgen, Ängste, Beschwerden und Belastungen im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung sprechen wollen. Dies kann im persönlichen Gespräch mit Teammitgliedern, den Ärzt*innen oder in einer organisierten Klimasprechstunde erfolgen. Wir empfehlen den Praxisteams auch bei Teambesprechungen dieses wichtige Thema zu besprechen und die Mitarbeiter*innen entsprechend zu schulen.

Bei einer Erwärmung von mehr als 2°C, möglicherweise schon bei 1,5°C kommen unkontrollierbare Prozesse mit Gefährdungen von Gesundheit und Leben in Gang, die unsere Gesundheitssysteme überfordern werden. Im Wissen darum, müssen wir alles dafür tun, dass die 1,5°C-Grenze nicht überschritten wird. Das Poster gibt wichtige Hinweise, wie das erreicht werden kann und was die Einzelnen dafür tun können.

Die Klimakrise geht uns alle an. So kann das Poster selbstverständlich auch andere Orte finden, wie Schulen, Kitas oder ähnliches. Wir freuen uns, wenn es auch von anderen ForFuture-Gruppen verwendet wird.

Wie wollen wir unseren Kindern die Welt hinterlassen?

Auf der Pariser Klimakonferenz 2015 wurde beschlossen, dass die globale Erwärmung 2°C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit nicht überschreiten darf und möglichst auf unter 1,5°C beschränkt werden muss (Siehe auch Sonderbericht des IPCC 1,5°-Erwärmung).

Deutschland hat sich gesetzlich dazu verpflichtet, diese Ziele einzuhalten. Seither ist leider zu wenig geschehen. Deutschland darf zukünftig nur noch sehr begrenzte Mengen an CO2 ausstoßen und allerspätestens 2050 muss die Nettoemission von CO2 bei null liegen (Laut Empfehlung des Gutachtens des Sachverständigenrates für Umweltfragen sogar schon 2038).

Denn wenn wir weiter wie bisher durch fossile Energien und industrielle Landwirtschaft Treibhausgase wie CO2 und Methan freisetzen, wird sich die Atmosphäre bis zum Jahr 2100 um 3-6°C erwärmen. Diese wärmere Welt wäre zu großen Teilen unbewohnbar. (Schellnhuber)

Absehbare Folgen des Klimawandels, wenn wir nicht handeln: (Umweltbundesamt, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung u.a.)

  • Der Meeresspiegel steigt bis 2100 um 0,9 – 1,6 Meter, im weiteren Verlauf bis zu ca. 66 Meter. Das bedroht die Lebensgrundlage von hunderten Millionen von Menschen in Küstenregionen.
  • Wetterextreme wie Hitzewellen, Starkregen, Überschwemmungen, unkontrollierbare Brände, Stürme nehmen zu.
  • Durch Rückkopplungseffekte und Kippelemente (Auftauen der Permafrostböden, Abschmelzen der Eisbedeckungen, Verlust von Wäldern, Ausbreitung der Wüsten u.a.) droht eine sich selbst verstärkende und nicht mehr beeinflussbare Entwicklung.
  • Es wird zu erheblichen landwirtschaftlichen Ertragsverlusten kommen. Dadurch werden Hungersnöte zunehmen. (FAO , Weltagrarbericht, Heinrich Böll-Stiftung Climate change and the Right to Food)
  • Um zu überleben, werden viele hundert Millionen Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Die sozialen und politischen Folgen dieser Fluchtbewegungen auf die Weltgemeinschaft sind nicht vorhersehbar. Die Universität Hamburg hat im Auftrag von Greenpeace dazu bereits 2007 eine Studie vorgelegt.
  • Die planetaren Belastungsgrenzen werden in einigen Bereichen (Artenvielfalt sowie Stickstoff- und Phosphorkreisläufe) bereits jetzt überschritten. Das gefährdet die Ernährungssicherheit zusätzlich und verringert die Anpassungsmöglichkeiten.
  • Die gesundheitlichen Folgen wie die Ausbreitung übertragbarer Krankheiten, erhöhtes Pandemierisiko, Tod durch Hitze oder Mangelernährung sind enorm und kaum beherrschbar. Ältere, herz- und lungenkranke Menschen, Kinder und schwangere Frauen sind besonders betroffen. Mit geschätzten 45.000 bis 70.000 Todesopfern und einem volkswirtschaftlichen Schaden in Höhe von geschätzten 13 Milliarden US-Dollar gehört die Hitzeperiode 2003 zu den opferreichsten Naturkatastrophen der vorhergegangenen 40 Jahre weltweit und war eine der schwersten Naturkatastrophen Europas der 100 Jahre davor. Da wir mit stärkeren und häufigeren Hitzewellen rechnen müssen beteiligen sich KLUG und Health for Future-Gruppen an der Erarbeitung von Hitzeaktionsplänen.

Was wir gegen den Klimawandel tun können:

  • Informiert Euch über die Klimakrise und ihre Auswirkungen und tragt das auf Fakten basierte Wissen weiter.
  • Weniger fliegen und Auto fahren, mehr Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen – das spart Geld und ist gesünder. Wer sich mehr bewegt, lebt länger. Der Verkehrssektor trägt zu ca. 18 % zu den Treibhausgasemissionen in Deutschland bei. Hauptverursacher ist dabei der Straßenverkehr mit über 95 %.
Abbildung 2: Die linke Grafik zeigt die Zusammensetzung der Stromproduktion in Deutschland im Jahr 2019. Über die Hälfte des Stroms wurde aus fossilen Energieträgern Kohle, Gas und Uran gewonnen. Die rechte Grafik zeigt den CO 2-Emissionsfaktor für die fossilen Energieträger bezogen auf den Stromverbrauch.
  • Den größten Anteil an den Emissionen hat nach wie vor die Energiewirtschaft, da noch immer über die Hälfte des Stroms in Deutschland durch fossile Energieträger produziert wird.. Besonders umweltschädlich ist dabei die Braunkohle. Deutschland ist der größte Braunkohleförderer weltweit. Durch einen Wechsel des Stromvertrags zu einem Anbieter, der nur zertifizierten Strom aus erneuerbaren Energiequellen bereitstellt, unterstützt ihr die Energiewende. Zudem gibt es viele einfache Möglichkeiten Energie zu sparen. Wem es möglich ist, kann darüber hinaus Geld in erneuerbare Energien investieren. (u.a. Studie des Frauenhofer Institutes „Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem“)
Abbildung 2: Die linke Grafik zeigt die Zusammensetzung der Stromproduktion in Deutschland im Jahr 2019. Über die Hälfte des Stroms wurde aus fossilen Energieträgern Kohle, Gas und Uran gewonnen. Die rechte Grafik zeigt den CO
2‑Emissionsfaktor für die fossilen Energieträger bezogen auf den Stromverbrauch
  • Reduziert den Verzehr von Fleisch und Milchprodukten. Eine überwiegend pflanzliche Ernährung – möglichst Bio und regional – ist auch besser für die Gesundheit, s.a. Fact-sheet Ernährung.
  • Divestment unterstützen: Keine “Kohle” für Kohle. Fossile Energieprojekte wie bspw. Kohlekraftwerke werden weltweit nur dank der Finanzierung durch Banken und Versicherungen gebaut. Es gibt Banken, die sich dem widersetzen und es gibt andere Anlagemöglichkeiten, die Divestmentbewegung wächst. Durch den Wechsel zu einer ethisch-ökologischen Bank könnt ihr Investitionen in zukunftsfähige Infrastrukturen ermöglichen. KLUG unterstützt den Divestment-Apell der Ärzt*innen.

Individuelles Verhalten allein reicht nicht:

Wir müssen von Politiker*innen und Verantwortlichen in der Wirtschaft verlangen, dass sie endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen. Ohne bessere Regel, die eine wirksame Steuerungsfunktion übernehmen, wird die Klimakrise nicht zu bewältigen sein:

  • Wirksame CO2-Bepreisung. Ernst Ulrich von Weizäcker sagt: Preise müssen die ökologische Wahrheit sagen. Eine CO2-Bepreisung ist sozial verträglich machbar (O. Edenkofer).
  • Stopp der Subventionen von fossilen Energien und nicht nachhaltiger Landwirtschaft. Mit 46 Milliarden bezuschusst Deutschland Kohle, Öl und Gas. Alle G20-Staaten zusammen subventionieren Klimakiller mit fast 4 Billionen Euro. Nach wie vor ist der größte Finanzposten der EU die Agrarförderung. Auch in den kommenden Jahren wird diese Förderung nur zu einem geringen Teil an nachhaltigen und ökologischen Zielen ausgerichtet sein.
  • Massive Investitionen in erneuerbare Energien und Gebäudedämmung!
  • Umsetzung nachhaltiger Mobilitätskonzepte, ÖPNV stärken. Wuppertal Institut „Mobilität neu denken
  • Die Aufforstung von Mischwäldern fördern die Biodiversität. Mischwälder sind resilienter gegenüber der Klimaerwärmung. Ökologische Lebensräume schaffen und Renaturierung von Mooren fördern. Weltweiter Naturschutz kann das Pandemierisiko reduzieren (BMU).
  • Soziale Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit. Die Klimakrise ist global. Endloses Wachstum ist nicht möglich. Eine friedvolle Transformation in eine nachhaltige Gesellschaft ohne Wachstumszwang wird nur mit sozialem Ausgleich und Einbeziehung aller Menschen möglich sein.

Die globale Erwärmung beträgt bereits 1,1°C. Wir müssen daher dringend gemeinsam handeln.

Die 1,5°C-Grenze darf wegen der Kippelemente nicht überschritten werden.
Investieren wir in die Zukunft!

Für ein gutes Leben auf einem gesunden Planeten!

Die Klimakrise hat bereits jetzt erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen. Dies zeigen zahlreiche Studien und Berichte wie der COP 24 Special Report- Health & Global Change der WHO oder der Lancet Countdown on Health and Climate Change. Diese Risiken werden zunehmen.

KLUG setzt sich dafür ein, wo immer möglich, Risiken zu verhindern und wo dies nicht möglich ist zu mildern. Klimaschutz ist die bestmögliche Gesundheitsprävention. KLUG arbeitet aber auch in Kooperation mit anderen Akteuren daran Schutzprogramme (wie z.B. Hitzeaktionspläne) zu entwickeln und zu implementieren. Die Verbesserung der Resilienz unseres Gesundheitssystems in Bezug auf die Folgen der Klimaerwärmung wird ein immer wichtigeres Arbeitsfeld von KLUG werden.

Hier gibt es weiterführende Link- und Literatur-Tipps als Pdf-Datei zum Download: