29. Mai 2026 Allgemein

Umfrage zeigt: Europas Wirtschaft ist nicht ausreichend auf Hitze vorbereitet  

Gemeinsam mit der GLS Investments und dem europäischen Investorennetzwerk Shareholders for Change hat KLUG 22 börsennotierte Unternehmen zur Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen befragt. Das Ergebnis: Trotz wachsender Gesundheits- und Wirtschaftsrisiken fehlt es vielerorts an systematischem Hitzeschutz.

Bochum, 29. Mai 2026 – Die GLS Investment Management GmbH („GLS Investments“) hat im Rahmen ihres aktiven Engagements im europäischen Investorennetzwerk Shareholders for Change e.V. (SfC) gemeinsam mit der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG) eine umfassende Umfrage unter 22 börsengelisteten Unternehmen aus dem GLS Anlageuniversum durchgeführt, die im Jahr 2025 zusammen mehr als 200 Mrd. Euro Umsatz erwirtschafteten. Im Fokus stand die Frage, wie die investierten Unternehmen Hitzeschutz konkret umsetzen – und wo Lücken bestehen. Im Mittelpunkt standen Wirtschaftsbetriebe aus Branchen, die besonders hitzebedingten Risiken ausgesetzt sind, wie die Energie- oder Logistikbranche.

Ergebnisse: Bewusstsein vorhanden – Umsetzung bleibt lückenhaft

Die Ergebnisse zeichnen ein gemischtes Bild: Viele der befragten Unternehmen erkennen das Thema Hitze als wesentlich an und schätzen ihre eigenen Maßnahmen als ausreichend ein – doch nur wenige erfüllen nach Einschätzung der Expert*innen die Anforderungen an strukturierten Hitzeschutz. Weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen (43 %) haben die Auswirkungen von Hitze am Arbeitsplatz systematisch erfasst, etwa durch anonyme Beschwerden über Hitzebelastung. Rund 30 % der befragten Unternehmen haben bisher keine systematischen Hitzeschutzpläne aufgesetzt.

Hitze bleibt ein unterschätztes Risiko – trotz klarer Fakten

Dabei sind die Folgen von Hitze bereits heute erheblich: Laut wissenschaftlichen Schätzungen verursacht allein ein Hitzetag mit Temperaturen über 30 Grad Celsius in Deutschland wirtschaftliche Kosten von rund 431 Millionen Euro pro Tag – etwa durch sinkende Produktivität und Arbeitsausfälle. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) bezeichnet Hitze zudem als größtes Gesundheitsrisiko der Klimakrise.

„Hitze birgt gravierende Gesundheitsrisiken. Neben der Eindämmung des Klimawandels durch eine möglichst CO2 -neutrale Wirtschaftsweise müssen Unternehmen aktiv dafür Sorge tragen, dass Arbeitnehmer*innen am Arbeitsplatz ausreichend vor Hitze geschützt sind. Betrieblicher Hitzeschutz ist ein zentraler Baustein einer ganzheitlichen Resilienzstrategie, die gleichzeitig Vorteile für Gesundheit, Klima, Umwelt und Wirtschaftlichkeit bietet“, sagt Felix Bittner, Projektleiter von KLUG.

Die Umfrage macht deutlich: Betrieblicher Hitzeschutz muss stärker als Teil von Arbeitsschutz, Klimaanpassung und Risikomanagement verankert werden. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Vorfeld des internationalen Heat Action Day am 2. Juni sowie des bundesweiten Hitzeaktionstags am 11. Juni 2026.

Drei klare Forderungen an Unternehmen

Shareholders for Change strebt an, den angestoßenen Dialog mit den Unternehmen weiterzuführen. Drei zentrale Forderungen stehen dabei im Mittelpunkt:

  1. Hitzestress als Risiko anerkennen – verpflichtend messbar.
  2. Verantwortung übernehmen – Hitzeschutz konsequent umsetzen.
  3. Beschäftigte schützen – einbeziehen, informieren, schulen, befähigen.

Weiterführende Informationen:

» Hintergründe zum Hitze Engagement, Ergebnisse der Befragung, Praxisbeispiele (PDF)
» Öffentliches, begleitendes Statement der beteiligten Organisationen (PDF)