Editorial – KLUG-Newsletter Nr. 12 (12.11.19 – 04.12.19)

19. Dezember 2019 Ausgabe 12, Newsletter

Liebe KLUG-Aktive und -Interessierte,

Themen dieses Newsletters sind u. a. der Lancet Countdown 2019 mit einem speziellen Policy Brief und Empfehlungen für Deutschland und die EU. Dieser globale Bericht zu den Veränderungen von 41 für Gesundheit und Klima relevanten Indikatoren wurde zum ersten Mal auch speziell für Deutschland ausgewertet und hat hier große Beachtung gefunden – KLUG ist stolz darauf, an diesem Erfolg beteiligt gewesen zu sein.

Auch der aktuell veröffentlichte Monitorbericht 2019 zur nationalen Klimaanpassungsstrategie zeigt anhand von über 200 Indikatoren die Veränderungen durch den Klimawandel auf. Er verweist auf steigende Risiken, auch für die Gesundheit, und die dringende Notwendigkeit von Anpassungsmaßnahmen. Die Politik der GroKo stimmt alles andere als hoffnungsfroh, vor allem, was die Klima- und Energiepolitik mit dem Ausbremsen der Windenergie angeht.

Aktuelle UN-Berichte bestätigen den weiterhin negativen Trend der klimawirksamen Emissionen. Dieser Newsletter enthält Beiträge über die massiven Auswirkungen (Horn von Afrika, Südafrika, Indien und Spanien) bzw. die Klimapolitiken und Debatten in anderen Ländern. So sind die Risiken der Klimakrise für Spanien sehr bedrohlich (z.B. Wüstenbildung), und die Klimapolitik des Landes ist bisher desolat. In Großbritannien ist sie derzeit erstmals ein beherrschendes Thema im Wahlkampf. Ein breites landesweites Bündnis hat mit Erfolg eine TV-Debatte aller Parteiführer*innen zum Thema Klimakrise vor der Wahl gefordert. Großbritannien nimmt mit einigen skandinavischen Ländern die Vorreiterrolle beim Klimaschutz unter den EU-Ländern ein, welche die Bundesregierung nur noch rhetorisch beansprucht (s. Bundestagsdebatte). Die Treibhausgas-Emissionen in einigen europäischen Ländern sind seit 2005 deutlich stärker gesunken als hierzulande, wie ein Graph im Vortrag von Stefan Rahmstorf (PIK) zeigt.

Erfreulich ist, dass die Klimabewegung nicht nachlässt, in die Breite geht und sichtbar Spuren hinterlässt. Auch die Mainstream-Medien berichten zunehmend kritisch über die Klimapolitik der Bundesregierung. Ein Beispiel ist der Beitrag des stellvertretenden Chefredakteurs der Zeit, Bernd Ullrich. Er hat der Warnung des Bundespräsidenten an die Klimaaktivsten, sie sollten die Demokratie nicht schlecht reden, heftig widersprochen. Er warne die Falschen. Nicht Apokalyptik scheine das primäre Problem, sondern systemische Apathie.

Weitere Positivbeispiele, die der Newsletter aufgreift, sind, dass die Europäische Entwicklungsbank demnächst keine Kohle, Öl und Gas mehr finanziert, und die schwedische Reichsbank eine ähnliche Politik ankündigt. Dass vierzehn der klimafreundlichen C-40-Städte sich zur nachhaltigen Ernährung verpflichten, um den Klimawandel zu begrenzen, und dass die F4F-Studierenden mit Scientists4Future die Universitäten in Richtung auf mehr Nachhaltigkeit zu bewegen scheinen. Schließlich hat gerade das EU-Parlament für seinen Teil des Kontinents den Klimanotstand erklärt.

Schließlich berichtet der Newsletter über fünf neue Bücher zum Thema Klimawandel, darunter die von Naomi Klein, Lisa Neubauer/Alexander Repenning (schon in Nr. 10 aufgeführt) und Carola Rackete. Hervorheben möchte ich das Buch von Mike Berners-Lee: „Es gibt kein Planet B. Das Handbuch für die Herausforderungen unserer Zeit.“

Mit freundlichen Grüßen und eine gute Vorweihnachtszeit wünscht im Namen des gesamten Redaktionsteams

Dieter Lehmkuhl