Handlungsfeld Betriebliches Gesundheitsmanagement

Was wir tun

Gemeinsam mit dem Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) untersucht KLUG im Rahmen der Initiative BKK GREEN HEALTH die Auswirkungen der Klimakrise und der Überschreitung weiterer planetarer Grenzen auf die Gesundheit von Beschäftigten. Im Projekt soll das vorhandene Wissen zu den positiven Wirkungen von Klimaschutz und Klimafolgenanpassungen in eine umfassende Strategie für die Arbeitswelt und in konkrete Handlungsansätze für unterschiedliche Settings überführt werden.

Neben einer orientierenden Literaturrecherche wurden Interviews mit Schlüsselpersonen im Feld geführt. In zwei interdisziplinären Workshops mit Vertreter:innen aus der Arbeits- und Umweltmedizin, den Unternehmen, den Betriebskrankenkassen, aus der Politik, aus Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretung und KLUG wurden Empfehlungen für ein klimasensibles betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) entwickelt.

Warum das wichtig ist

Die Überschreitung der planetaren Grenzen und die Klimakrise stellen Unternehmen und Beschäftigte schon heute vor erhebliche Herausforderungen. Je nach Standort, Branche und Arbeitstätigkeit ergeben sich unterschiedliche Risiken für die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz und auf dem Arbeitsweg. Bereits jetzt nehmen arbeitsbezogene gesundheitliche Belastungen und Fehlzeiten aufgrund von Extremwetterereignissen wie Hitzewellen zu.

Bisher wurden die aktuellen und zukünftigen gesundheitlichen Folgen, die mit dem fortschreitenden Klimawandel einhergehen, allerdings weder in der Arbeitsmedizin noch im BGM ausreichend berücksichtigt. Dabei ergeben sich im betrieblichen Setting Potentiale und Synergieeffekte, um Klimaschutz und Klimaanpassungen im Betrieb im Sinne der Mitarbeiter:innengesundheit und der planetaren Gesundheit (Planetary Health) umzusetzen. Langfristig sind krisenresiliente Unternehmen mit gesunden Mitarbeitenden zukunftsfähiger und produktiver. Ein BGM oder andere Strukturen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung sind bereits in vielen Unternehmen etabliert. Hier bieten sich Ansatzmöglichkeiten, um Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschutz im Sinne von Planetary Health zusammen zu denken und zu integrieren. Langfristig scheinen krisenresiliente Unternehmen mit gesunden Mitarbeitenden resilienter, zukunftsfähiger und produktiver.

Was wir bisher erreicht haben

Das Pilotprojekt kommt zu dem Ergebnis, dass das BGM ein geeigneter Ansatzpunkt ist, um klimawandelbedingte Risiken auf allen Unternehmensebenen unabhängig der Branche zu adressieren. Erste allgemeine Empfehlungen bezüglich eines klimasensiblen BGMs wurden gemeinsam mit unterschiedlichen Stakeholdern entwickelt. Ein nächster Schritt muss nun die flächendeckende Sensibilisierung für Klimawandelrisiken der Akteure in den Unternehmen, in Verbänden und bei Versicherungsträgern sein, sowie die konkrete Berücksichtigung im Regelungsrahmen des Arbeitsschutzes (z.B. in Gefährdungsbeurteilungen) und in der betrieblichen Gesundheitsförderung (z.B. Präventionsgesetz). Die Förderung eines weiteren transdisziplinären Austausches (z.B. mit Arbeitsmedizin, Umweltmedizin, BAuA, KLUG/CPHP, BMAS, Krankenkassen – insbesondere Betriebskrankenkassen, Unfallversicherungsträger, Rentenversicherungsträger, Gewerkschaften Arbeitgeberverbände, Großunternehmen, Sozialverbände) ist wünschenswert, um das Thema möglichst breit auf die Agenda zu setzen.

Wie Sie mitmachen können

Interessierte Einzelpersonen und Unternehmen oder Organisationen, die sich für die Auswirkungen der Klimakrise auf die Gesundheit von Beschäftigten und/oder ein nachhaltiges, klimasensibles BGM interessieren, sind herzlich eingeladen, Kontakt mit KLUG aufzunehmen. Wir teilen gerne unsere Erfahrungen aus dem bisherigen Projekt und informieren über aktuelle Termine und neue Projekte. Falls Sie Interesse haben, in Ihrem Unternehmen ein klimasensibles BGM einzuführen, sind wir sehr an einem Austausch interessiert und können gerne unsere Erfahrungen einbringen. Falls Sie einen Vortrag oder Workshop zum Thema wünschen, unterstützen wir Sie gerne.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Vernetzung von Interessierten aus dem Fachgebiet der Arbeitsmedizin. Hier hat sich bei KLUG eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich in regelmäßigen Abständen trifft, um aktuelle Fragen und Entwicklungen zu besprechen.

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Kontakt

(c) Olga Molleker

Stefanie Bühn
Planetary Health im betrieblichen Setting

stefanie.buehn@klimawandel-gesundheit.de