Divestment-Appelle deutscher Ärztinnen und Ärzte an ihre Versorgungswerke

Im April 2015 forderten über 100 Ärzte die Berliner Ärzteversorgung (BÄV) auf, aus fossilen Energien zu desinvestieren.

Im Mai 2015 wurde beim 118. Deutschen Ärztetag ein Antrag an die Bundesärztekammer gerichtet, Ärzte und Ärzteorganisationen, insbesondere ärztliche Versorgungswerke, zum Divestment aufzufordern.

Im März 2016 wurde ein Divestment-Appell an die anderen ärztlichen Versorgungswerke in Deutschland initiiert. Dieser wurde unter anderem unterstützt von der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie, der IPPNW, MEZIS, dem Verein Demokratischer Ärztinnen und Ärzte sowie verschiedenen bekannten Ärztinnen und Ärzten. Bis Oktober 2016 wurde der Appell von über 2.700 Ärztinnen und Ärzten unterschrieben.

Ende 2016 hat die Berliner Ärzteversorgung eine Nachhaltigkeitsrichtlinie beschlossen. In einem ersten Schritt wurden dabei u.a. Aktien von Unternehmen aus der Ka­pitalanlage ausgeschlossen, die mehr als 25 Prozent ihres Umsatzes aus der Kohle­ge­winnung generieren, bzw. deren Stromerzeugungskapazität zu mehr als 25 Prozent auf Kohle basiert. Dieses Divestment betrifft 40 Unterneh­men und macht rund ein Prozent der gesamten Aktienbestände der BÄV aus.

 

Zum Weiterlesen / Weblinks:

Around 100 members of the Berliner Ärzteversorgung (pension fund of physicians in Berlin) are asking their pension fund to divest.
GoFossilFree, 11. Juni 2015.

Beschlussprotokoll des 118. deutschen Ärztetags vom 12. – 15. Mai 2015 (PDF, S. 358-360).

Klimawandel und Gesundheit: Ein Weck- und Aufruf für den Gesundheitssektor„.
Deutsche Plattform für Globale Gesundheit, 8. Dezember 2015.

Ärzte rufen zum Divestment auf.
Klimaretter.info, 26. März 2015.

Michael Bauchmüller: Die Ärzte und die Kohle. (gebührenpflichtig)
Süddeutsche Zeitung, 26. Mai 2016.

Berliner Ärzteversorgung macht beim Klimaschutz Ernst.
Deutsches Ärzteblatt, 17. Januar 2017.

Dieter Lehmkuhl, Winfried Zacher: Was haben Kohle, Öl und Gas mit unserer Rente zu tun? Der Klimawandel als Bedrohung für die weltweite Gesundheit (PDF, S. 40).
Hessisches Ärzteblatt, Januar 2017.