Klimawandel & Gesundheit

Von der Politik ist das bisher nicht ausreichend gewürdigt worden und viele Betroffene hat die Botschaft noch nicht erreicht: Die Klimakrise ist die größte globale Gesundheitsgefahr dieses Jahrhunderts, sie droht, die bisher erreichten Erfolge der Medizin (Lebenserwartung und Lebensqualität) zunichte zu machen.

Klimaschutz hingegen ist die weltweit größte Chance für die Gesundheit. (Lancet)

Mit der Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens von 2015 hat sich Deutschland verpflichtet, durch eine Reduzierung der nationalen Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2030 und um 80-95 Prozent bis 2050 die Erderwärmung auf deutlich unter 2° C zu begrenzen. Um bis 2050 CO2-Neutralität zu erreichen, wurden strategische Instrumente genannt, der Gesundheitssektor aber nicht explizit erwähnt. Die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) liefert den bundesweiten politischen Rahmen für die Anpassung an den Klimawandel in allen 16 Bundesländern. Dort wird die menschliche Gesundheit als eines von 15 vorrangigen Handlungsfeldern ausgewiesen.

Der Lancet Countdown, eine internationale Forschungskooperation von Klima- und Gesundheitsexperten, beschreibt seit 2016 anhand definierter Indikatoren jährlich die Wechselwirkungen zwischen Klima und Gesundheit in vielen Ländern und beobachtet Fort- und Rückschritte. 2019 ist zum ersten Mal (unter Beteiligung von KLUG) ein auf Deutschland bezogener „Policy Brief“ mit länderspezifischen Empfehlungen dazu herausgekommen.

2019 wurde an der Berliner Universitätsklinik Charité in Zusammenarbeit mit dem Potsdam Institute for Climate Research (PIK) die erste Professur für Klimawandel und Gesundheit (Prof. Dr. med. Sabine Gabrysch) etabliert.