Extremhitzeereignisse sind mit erheblichen gesundheitlichen Belastungen verbunden und stellen auch für die Versorgungsstrukturen eine relevante Herausforderung dar. Im Gegensatz zu Hochwasser- oder Starkregenrisiken fehlt bislang jedoch eine ausreichende Vorbereitung auf solche Szenarien.
Vor diesem Hintergrund haben die AOK Baden-Württemberg, KLUG e. V. und die Landesärztekammer Baden-Württemberg im Juli 2025 in Stuttgart gemeinsam mit Akteur*innen und Fachleuten aus Gesundheitswesen, Katastrophenschutz, Ministerien und Kommunen das Szenario einer mehrtägigen Hitzekatastrophe diskutiert. Das Ziel war es herauszuarbeiten, wie Versorgung, Schutz und Kommunikation bei anhaltenden Temperaturen über 40 °C gesichert werden können.
In drei Arbeitsgruppen „Ambulante Versorgung“, „Stationäre Versorgung“ und „Planung und Kommunikation“ wurden konkrete Vorbereitungs- und Sofortmaßnahmen erarbeitet.
Das Ergebnis des Workshops wurde im Januar 2026 in einem gemeinsamen Positionspapier veröffentlicht, mit dem Ziel konkrete Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Hitzeschutzes in Baden-Württemberg zu formulieren.
Empfehlungen
- Extremhitze als Teil der Krisen- und Katastrophenvorsorge gesetzlich verankern
- Hitzekrisenstäbe auf Landes-, Kreis- und Kommunalebene etablieren
- Verbindliche kommunale Hitzeaktionspläne mit klaren Zuständigkeiten und Finanzierung umsetzen
- Landesweite Kommunikationskonzepte entwickeln, um wissenschaftlich fundierte Informationen effektiv zu verbreiten
- Risikogruppen gezielt schützen (u. a. Pflege, chronisch Erkrankte, sozial Benachteiligte)
- Kritische Infrastrukturen & öffentliche Gebäude systematisch hitzeresilient machen
- Internationale Erfahrung nutzen
Zusätzlich nutzen wir den Hitzeaktionstag am 11. Juni als Anlass, um das Thema Krisenresilienz bei Extremhitze in den Fokus zu rücken.
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