Keine Gesundheit ohne Klimaschutz: Was jetzt getan werden muss

20. März 2021 Allgemein

Zentrale Forderungen im Wahljahr


Es ist Wahljahr und es brodelt im Land – vor allem wegen Covid-19. Trotz der wichtigen Debatten über Impfstrategien, Infektionsketten und Wirtschaftseinbußen darf das Klima nicht ins Hintertreffen geraten, denn die Krise spitzt sich mit erschreckender Geschwindigkeit zu – und auch sie kostet jedes Jahr Menschenleben. Vor allem aber entwickelt sie eine Dynamik, die sich ab einem bestimmten Punkt nicht zurückholen lässt. Dieser Punkt rückt immer näher. Gegen die Klimakrise helfen auch keine Impfungen, nur sofortiges Handeln.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern, bei KLUG aktiv, hat in einem Positionspapier festgehalten, was die nächsten Schritte sein sollten. Zwar erreichen einzelne Akteure auf individueller als auch institutioneller Ebene in ihrem jeweiligen Handlungsfeld bereits sehr viel. Um allerdings das Ziel einer klimagerechten Gesundheitsversorgung mit der ökonomisch, ökologisch und medizinisch notwendigen Begrenzung der Erwärmung auf 1,5˚ (im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter) zu erreichen, ist eine größere Anstrengung, sind tiefgreifende Reformen notwendig. 

Bund, Ländern, Kommunen, öffentliche und private Träger, Krankenversicherer, Angehörigen der Heilberufe und Patientenvertreter:innen müssen gemeinsam, über administrative Zuständigkeitsgrenzen hinweg, Reformen planen und umsetzen. Freiwillige  Selbstverpflichtungen sind, zeigt die Erfahrung, nicht wirksam. Notwendig sind finanzielle Anreize und gesetzliche Rahmenbedingungen, die sie absichern. Wichtig ist, Klimaresilienz in allen Politikbereichen als strategisches Ziel zu verankern.

Für das Gesundheitssystem bedeutet das zum Beispiel, dass es so schnell wie möglich klimaneutral wird. Noch produziert es knapp fünf Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands und trägt damit selbst zu massiven negativen Auswirkungen, zum Beispiel durch die Luftverschmutzung oder Hitzewellen, bei. Das Positionspapier listet deshalb eine Reihe zentraler Handlungsfelder auf und empfiehlt, ministerielle Planungsgruppen zu gründen, in denen Vertreter aus Gesundheit, Umwelt, Verbraucherschutz und Wissenschaft sowie Experten der Transformation gemeinsam die Rahmenbedingungen für eine klimagerechte Gesundheitsversorgung entwickeln. 

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Zitierweise:
Hahn U, Herrmann M, Traidl-Hoffmann C, Schmincke E, Schulz  CM (2021, March 17). Für eine klimagerechte Gesundheitsversorgung in Deutschland (Version 1.0). KLUG Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit; Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.4610637

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