Ohne eine andere Ernährung ist der Klimawandel nicht aufzuhalten: Neue Studie zeigt, wie hoch die Treibhausgas-Emissionen von Nahrungsmitteln sind

6. November 2020 Allgemein

Bei der Produktion von Nahrungsmitteln werden weltweit so viele Treibhausgase ausgestoßen, dass allein diese ausreichen würden, um das 1,5-Grad-Ziel zu verfehlen. Selbst dann, wenn sämtliche anderen menschengemachten Emissionen vollständig unterblieben, würde sich die Erderwärmung über diese Grenze der Pariser Klimakonferenz hinaus fortsetzen. Zum Ende dieses Jahrhunderts könnte in diesem Fall sogar die 2-Grad-Grenze überschritten werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von interdisziplinären Wissenschaftlern aus Oxford, die Anfang November in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht wurde.  (1)

Das bedeutet, dass drastische Umstellungen und Reformen der Lebensmittelproduktion nötig sind, um die Klimaziele von Paris noch zu erreichen. Bei der Produktion von Nahrungsmitteln fallen neben CO2 vor allem auch Emissionen von Methan (CH4) und Lachgas (N2O) durch die Viehhaltung und den Einsatz von Düngemitteln an.

Im Jahr 2019 wurden global noch 36,7 Gigatonnen CO2 in die Atmosphäre ausgestoßen – mehr als in jedem anderen Jahr zuvor. (2) Im 1,5-Grad-Sonderbericht des Weltklimarats IPCC wird das noch verbleibende Treibhaus-Budget mit insgesamt 420 beziehungsweise 1170 Gigatonnen CO2 beziffert, um mit einer Wahrscheinlichkeit von 67 Prozent das 1,5- beziehungsweise das 2-Grad-Ziel zu erreichen. (3) (4)

Parallel dazu hat der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen ein neues Gutachten zur „Landwende“ veröffentlicht, das unter anderem einen massiven Ausbau der Landökosysteme fordert und die wichtige Rolle einer auf Vielfalt beruhenden Landwirtschaft betont. Die Transformation der Ernährungsstile wird empfohlen. Grundsätzlich sollte die Orientierung an der „Planetary Health Diet“ Basis aller Ernährungsleitlinien sein.

Quellen und Hintergrund zum Thema:

  1. Das unabhängige Science Media Center hat unterschiedliche Experten zu ihrer Einschätzung der Studie befragt. Die Antworten sind nur registrierten Journalisten zugänglich. Nachfragen sind aber möglich über Silvio Wenzel, Redakteur für Umwelt und Klima beim SMC:
    redaktion@sciencemediacenter.de
  2. https://www.sciencemediacenter.de/alle-angebote/research-in-context/details/news/die-co2-emissionen-steigen-auch-2019-weiterhin-an/
  3. https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/sites/2/2019/02/SR15_Chapter2_Low_Res.pdf
  4. https://www.mcc-berlin.net/en/research/co2-budget.html